Vorträge 2016

10:15 Uhr

Halle B2

Angela Weißköppel


Warum ist Austausch zwischen Design und Didaktik so fruchtbar?

Didaktik gilt als die Wissenschaft von Unterricht bzw. Lehren und Lernen und lässt sich als eine gestalterische Disziplin begreifen. Sowohl bei Didaktik als auch bei Design geht es um planerisch-konzeptionelles und operativ-gestalterisches Handeln gleichermaßen. Planung und Gestaltung können dabei keineswegs als automatisierbare Prozesse verstanden werden, sondern sie basieren auf Entscheidungen, die man zwar systematisch und begründet trifft, die aber auch Kreativität und Flexibilität erfordern. Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich diese Schnittstellen von Didaktik und Design fruchtbar machen lassen für die Entwicklung von Innovationen in der Hochschullehre und für deren Erforschung.

#Didaktisches Design #Designdidaktik #Lehrinnovation #Design Based Research #Hochschuldidaktik



11:15 Uhr

Halle B2

Prof. Daniela Hensel


Co-Creation als effektive Lehrmethode

Studierende aus dem 4. Semester hatten die Aufgabe, gemeinsam mit beeinträchtigten Mitarbeitern von verschiedenen Behindertenwerkstätten, ein Corporate Design zu entwickeln. Zunächst ging es für die Studierenden darum, herauszufinden, in welcher Form sie überhaupt zu gemeinsamen Ideen kommen können. Hierfür entwickelten Sie verschiedene Methoden. Der Vortrag zeigt, welche Methoden sich für den Co-Creation-Prozess am besten eigneten und warum die Studierenden in diesem Lehrformat fast nebenbei eine Menge über die Entwicklung von Corporate Design lernten.

#Co-Creation #Lernen durch Lehren #Kreativmethoden #Storytelling #Corporate Design #Case Study



11:15 Uhr

Halle B2 oben

Daniela Meinhard/Vanessa Mai


I’m not a pencil, I’m a lab. Forschend lernen mit dem Writing Lab.

Studierende aus dem 4. Semester hatten die Aufgabe, gemeinsam mit beeinträchtigten Mitarbeitern von verschiedenen Behindertenwerkstätten, ein Corporate Design zu entwickeln. Zunächst ging es für die Studierenden darum, herauszufinden, in welcher Form sie überhaupt zu gemeinsamen Ideen kommen können. Hierfür entwickelten Sie verschiedene Methoden. Der Vortrag zeigt, welche Methoden sich für den Co-Creation-Prozess am besten eigneten und warum die Studierenden in diesem Lehrformat fast nebenbei eine Menge über die Entwicklung von Corporate Design lernten.

#Schreibprozess #Forschendes Lernen #Schreibdidaktik #Epistemisches Schreiben #Kultur des Ermöglichens



11:15 Uhr

WH A 216

Prof. Dr. Jan-Henning Raff


Forschungsfrage und Designproblem – Theorie und Praxis einer BA-Abschlussarbeit

Wir wollen in dieser Session vorstellen, wie wir die Ansprüche nach mehr Wissenschaftlichkeit im Designstudium in der Bachelorausbildung angehen – vor allem bei der Abschlussarbeit. An der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Berlin besteht die Bachelorarbeit im Fach Grafikdesign und Visuelle Kommunikation aus einem Theorie- und einem Praxisteil, es gilt eine Forschungsfrage zu stellen und ein Designproblem aufzuwerfen. Wir haben dafür einen Leitfaden entwickelt, der im Bachelorkolloquium vermittelt wird. Das Augenmerk lag dabei vor allem auf der formalisierten Darstellung und vereinfachten Vermittlung möglicher Vorgehensweisen. In der Session werden wir über unsere bisherigen Erfahrungen sprechen. Vor allem wollen wir vor und mit dem Publikum drei gängige Probleme erörtern, die bei den Studierenden aufkommen, und für die wir gemeinsam ein pädagogisches Redesign finden wollen.

#Bachelorarbeit #Visuelle Kommunikation #Forschungsmethoden #Wissenschaftlichkeit



12:00 Uhr

Halle B2

Prof. Birgit Bauer


Laying the Ground – Methodenlehre als Theorie und Praxis

Wir wollen in dieser Session vorstellen, wie wir die Ansprüche nach mehr Wissenschaftlichkeit im Designstudium in der Bachelorausbildung angehen – vor allem bei der Abschlussarbeit. An der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Berlin besteht die Bachelorarbeit im Fach Grafikdesign und Visuelle Kommunikation aus einem Theorie- und einem Praxisteil, es gilt eine Forschungsfrage zu stellen und ein Designproblem aufzuwerfen. Wir haben dafür einen Leitfaden entwickelt, der im Bachelorkolloquium vermittelt wird. Das Augenmerk lag dabei vor allem auf der formalisierten Darstellung und vereinfachten Vermittlung möglicher Vorgehensweisen. In der Session werden wir über unsere bisherigen Erfahrungen sprechen. Vor allem wollen wir vor und mit dem Publikum drei gängige Probleme erörtern, die bei den Studierenden aufkommen, und für die wir gemeinsam ein pädagogisches Redesign finden wollen.



12:00 Uhr

Halle B2 oben

Susanne Ritzmann


Leibhafte Erfahrung als didaktischer Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Eine Auseinandersetzung mit Konzepten der Nachhaltigkeit ist Teil des Curriculums an immer mehr Designhochschulen. Der Diskurs zum Thema Nachhaltigkeit in der Designdidaktik ist jedoch geprägt von einem Dissens über gemeinsame und einheitliche Begriffe. Man kann behaupten, dass jede Designdisziplin ihre eigenen Maßstäbe an Nachhaltigkeit mitbringt. Der Beitrag greift diese Problematik auf und stellt einen designdidaktischen Vermittler vor, auf dessen Grundlage es gelingen soll, eine leibhafte Auseinandersetzung der Studierenden mit ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Mechanismen unseres Habitats zu ermöglichen. Die erarbeitete Programmatik, basierend auf dem Phänomen Müll soll anhand von Beispielen vorgestellt, erprobt und diskutiert werden. (Affiliation: Universität der Künste Berlin.)

#Nachhaltiges Design #designdidaktische Werkzeuge #Wegwerfen #Soziale Praktiken



12:00 Uhr

WH A 216

Andrea Augsten/Moritz Gekeler


Vom Meister zum Facilitator

In unserem Vortrag beschreiben wir die Veränderungen der Rolle von Designern in Zeiten von Design Thinking, Service Design und anderen neuen partizipativen Disziplinen und deren Auswirkungen auf die Lehre. Wenn Designer heute auch Facilitatoren sind, welche Rolle sollten dann Lehrende einnehmen, um die Studenten ideal darauf vorzubereiten? Ziel ist es Ansätze für ein neues Paradigma der Designlehre für das 21. Jahrhundert zu entwickeln. Eine Landkarte aktueller Design-Studiengänge bietet die Basis der Studie, da dort das neue Designverständnis explizit gelehrt wird. Die Ergebnisse aus Interviews mit Hochschullehrenden, wurden ebenso mit Wirtschaftsvertreter diskutiert, um den Wandel der Anforderungen an Designer seitens der Wirtschaft zu überprüfen.



14:00 Uhr

Halle B2

Heike Raap


Wursteln ist keine Lösung: Orientierungsvermögen als Gegenstand der Designlehre

Designer können nicht im Prinzipiellen verweilen, da sie es mit konkreten Problemen zu tun haben. Diese konkreten Probleme beginnen bereits mit der Beschreibung des Problems: Schon der Versuch, ein Problem zu verstehen, ist ein interpretativer Akt. Es hängt vom Problemlöser – seinem Wissen und seinen Werten – ab, in welchen Kontext er ein Problem setzt und in welche Richtung er sich aufmacht, um das Problem zu lösen. Die Erkenntnis, dass es unzählige Interpretationen und somit unzählige Lösungswege für ein Problem gibt, führt naturgemäß zu Unsicherheiten. Der Designer braucht die Fähigkeit, für sich Maßstäbe zu finden, an denen er sein Handeln orientieren kann. Diese Fähigkeit lässt sich entwickeln.

#Berufsfeld Design #Ethik #Werte #Philosophie #Designwissenschaft



14:00 Uhr

Halle B2 oben

Franziska Morlok/Martin Conrads


Unterhaltung und Belehrung

Von 2009 bis 2016 führten Martin Conrads und Franziska Morlok gemeinsam konzipierte Lehrveranstaltungen im Studiengang „Visuelle Kommunikation“ an der UdK Berlin durch. Prinzip war es u. a., sich dabei mit Geschichte und Struktur der eigenen Disziplin, der eigenen Hochschule und des eigenen Studiengangs auseinanderzusetzen. So wurde etwa die Geschichte des Studiengangs an der UdK Berlin und ihren Vorgängerorganisationen rekonstruiert, analysiert und mit der Gegenwart der Lehre abgeglichen. Weitere Seminare führten Conrads und Morlok mit den Studierenden in die Bibliothek oder ins Archiv der UdK, dessen Bestände es auf typografische Besonderheiten hin zu untersuchen galt. Beim EduLab Symposium werden – als Medium einer fortlaufenden Dokumentation der gemeinsamen Lehre – diese und andere Lehrkonzepte mittels der neuen Website „Unterhaltung und Belehrung“ vorgestellt.

#Was #machen #wir #hier #eigentlich?



14:00 Uhr

WH A 216

Prof. Birgit Weller


Schach = Strategie und Methode –
Kontraste und Variantenbildung im Entwurfsprozess

Im Rahmen von dreidimensionalen Designgrundlagen im Industrial Design sammeln Studierende Erfahrungen im kreativen Umgang mit Formen, Farben, Oberflächen, Materialien, Kontrasten und Kompositionen. Die Verknüpfung dieser Gestaltungsmöglichkeiten mit Funktionen und Semantik stellt Studierende am Anfang des Studiums vor eine Herausforderung. Am Beispiel der Gestaltung eines Schachpiels werden Entwurfsmethoden im Gestaltungsprozess aufgezeigt und trainiert, strategische Fähigkeiten geschärft, Studierende anregt Varianten zu bilden, zu bewerten, zu entscheiden sowie im Team zu arbeiten. Die stetige Wiederholung des Themas über viele Semester bei Änderung der Rahmenbedingungen, verdeutlicht die Breite der Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch die Thematisierung von gesellschaftlich relevanten Fragestellungen.

#Schach #Entwurfsprozess #Variantenbildung #Designmethodik #Designstrategie



14:45 Uhr

Halle B2

Zwetana Penova


Immer dieses Design-Thinking!
Warum das Design-Thinking als Prozess für das Design-Studium interessant ist.

Design-Thinking ist in aller Munde. Kaum ein Kreativ- oder Wirtschaftsmagazin ohne einen Lobartikel mit bunten Post-It-Fotos. Auch Design-Hochschulen haben die Methode längst ins Curriculum integriert. Das Resultat: Absolventen haben von Design-Thinking gehört und punktuell ausprobiert. Die Aufgaben der Designer haben sich in den letzten Jahren enorm erweitert. Neben den klassischen gestalterischen Tugenden sind Fähigkeiten gefragt wie menschliche Wahrnehmung zu interpretieren oder Interaktionen an der Schnittstelle zwischen Sensorik und Motorik zu formen. Das Design nimmt eine verbindende Rolle, z.B. zwischen Informatik, Psychologie und Soziologie. In meinem Vortrag zeige ich die Überschneidungen zwischen den heutigen Anforderungen an Designer und dem Design-Thinking und plädiere dafür, das Design-Thinking als ein kontinuierliches Forschungsprinzip im Design-Studium zu etablieren.

#Designthinking #forschendeslernen #designforchange #futureofdesign



14:45 Uhr

Halle B2 oben

Guido Kühn/Michael Hebel/Christoph Hahn


Versuch eines besseren Benotungsverfahrens in der Designlehre

Eine differenzierte, nicht meinungsbasierte und ebenso transparente Bewertung erbrachter Leistungen auf allen Ebenen des Lehrbetriebes ist ein grundsätzlich gefordertes Instrument. Gestaltungsfächer beinhalten dabei mehr als viele andere Disziplinen sehr eigene, zugleich sehr unterschiedliche Bewertungsaspekte: technisch-naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche und künstlerisch-ästhetische. Bei der Bewertung stellt sich die besondere Herausforderung, dass es in keinem Fall weder „den einen richtigen Weg“, oder „die eine richtige Lösung“ noch eine Beweisbarkeit des Ergebnisses gibt. Wir stellen ein System vor, welches die Benotung transparenter und von Einzeleinsichten befreiter gestaltet und zeitgleich für Lernende sprechender, für Lehrende handhabbarer und in Summe sogar schneller umsetzbar ist.

#Benotung #Bewertung #Notensystem #Bewertungsnutzen #Transparenz



15:30 Uhr

Halle B2

Laura Popplow


Service [Design] Learning for Transformation?



14:45 Uhr

Halle B2

Philip Zerweck


Zukunft der Designausbildung: Eine Standortbestimmung durch
zeitliche, räumliche, disziplinäre und organisatorische Vergleiche

Wie kam das eigentlich, dass wir jetzt da im Post-BA-ECTS-Fieber-Wahn stehen? Unsere Studierenden werden im Schnitt deutlich über 100 Jahre alt und sicher bis weit nach 2070 arbeiten. Erinnern Sie sich? 2040 wird unsere Lebensweise CO2-neutral geworden sein. Bilden wir dafür aus? Der Beitragende beleuchtet mittels subjektiv erfahrenen Schlaglichtern die vor uns liegende Aufgabe. Kassel 1994: „Design für einen Fachbereich Design“, eine Morgenröte Denver, USA 1998: Besuch eines College, was will die OECD mit BA für alle? Polarkreis 2002: der Mensch zählt in der Geschichte der Lapin Yliopisto, Deutschland 2005: Technischer Produktdesigner und der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen Schottland 2014: Besuch der Degreeshow des Master Programs in Design Innovation der Glasgow School of Art Potsdam 2015 und IoT-Projekte: akademisches Basteln und Halbzeugdesign. Deutschland 1870: Unterrichtsanstalten der Kunstgewerbemuseen oder wie hat das nochmal angefangen? Alles nix für uns? Design-Management, Design-Wissenschaft, Design-Thinking, Service-Design …



16:45 Uhr

Halle B2

Mauro Rego


Hacking Learning Environments

There is only one thing certain about how to educate a new generation of professional designers, which is that: There is no precise universal educational approach which guarantees that in the end of the education process, a student will become a “qualified designer”. Unpredictability is an intrinsic part of the educational process since its compounding elements (e.g.: students, technology, etc) are mutable. Moreover, the kinds of problems and challenges that the learners will have to face in their future practice cannot be precisely foreseen. So, how can we design learning environment that can actually prepare students for a profession that does not exist yet? It is true that superior educational systems have to revised, however is the answer the replacement of one system for another? “Hacking” the university is one strategy that might sound trendy (and utopian) but it is a daily practice that can answer most of the questions stated here.

#Design Education #Learning Environment #Hacking